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KI vollendet Beethovens 10. Sinfonie

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Am Samstagabend konnten wir Zeug*innen eines bisher einzigartigen Projekts werden. Über zwei Jahre lang haben Musikwissenschaftler*innen und Informatiker*innen unter der Leitung von Dr. Matthias Röder zusammen daran gearbeitet, Beethovens 10. Sinfonie zu vollenden - mit einer künstlichen Intelligenz in der Hauptrolle. “Beethoven X - The AI Project” wurde ab 19 Uhr von MagentaMusik 360, der Konzert- und Festival-Streaming-Plattform der Deutschen Telekom, live übertragen. Es spielten Cameron Carpenter und das Beethoven Orchester Bonn unter der Leitung von Dirk Kaftan, im Anschluss gab es einen Expert*innen-Talk.

Doch wie kann eine KI Musik komponieren, noch dazu im Stil von Ludwig van Beethoven? Zunächst einmal braucht sie natürlich Daten zum Lernen und davon am Besten so viele wie möglich. Etwa 10000 Musikstücke wurden im Training verwendet, es wurde mit ungefähr zwei Millionen Noten komponiert und 57 Musiker*innen spielten den Entwurf an 18 verschiedenen Instrumenten ein.1 Dr. Matthias Röder erklärte in der Expert*innen-Runde, dass die KI nicht nur mit Musik von Beethoven, sondern auch von Zeitgenoss*innen gefüttert wurde, weil die Komposition sonst auch nicht im Vakuum stattfindet. So kamen über Nacht schon einmal 200-300 Varianten zustande, die angehört, bewertet und für gut oder unbrauchbar befunden werden mussten, ein langwieriger Feedback-Prozess.

Ob die von KI komponierte 10. Sinfonie ähnliche Emotionen bei den Zuhörenden ausgelöst hat wie bei Beethovens Stücken, wer eigentlich Komponist*in ist und das Recht auf das geistige Eigentum besitzt und ob eine KI Liebeskummer verstehen kann, wurde in der Expert*innen-Runde diskutiert und kann hier zusammen mit der Uraufführung nachgeschaut werden.

1www.magenta-musik-360.de/zehn-fakten-zur-zehnten-insights-zu-beethovens-unvollendetem-werk

Autor/in: Dr. Joana Grah
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