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Use Case Wirtschaft

Good Governance und Compliance: Künstliche Intelligenz zur Analyse, Prognose und Unterstützung guter Unternehmenssteuerung

Die Anwendung Künstlicher Intelligenz (KI) zur Unternehmenssteuerung ist in Forschung und Praxis bereits etabliert. Hochrelevant, bisher aber kaum thematisiert, ist die Frage, wie mit Hilfe von KI auch Governance- und Compliance-Themen adressiert werden können. Dies zu leisten, ist die übergeordnete Zielsetzung des vorliegenden Use Case. Gesellschaft und Staat fordern von Unternehmen Good Governance und Compliance ein. Dies betrifft interne Abläufe im Unternehmen, wo Gesetze und gesellschaftliche Normen einzuhalten sind, aber auch das Verhältnis von Unternehmen und Staat, etwa die Besteuerung. Der wachsende Einsatz von KI bei immer vielfältigeren Funktionen im Unternehmen ist in Hinblick auf diese Kriterien sowohl Chance (z.B. Erkennung von Normverstößen) als auch Aufgabe (z.B. Verhinderung von Diskriminierung durch Algorithmen).

Ziel des Use Case ist es, die Rolle von KI in Unternehmen in Hinblick auf Compliance sowie Good Governance zu analysieren und insbesondere zu beantworten, ob und unter welchen Bedingungen KI die Einhaltung gesellschaftlicher Normen (z.B. Anti-Diskriminierung) unterstützt, Verstöße gegen geltende Regeln aufdeckt oder vorhersagt (z.B. Wirtschaftskriminalität) und wie makroökonomische Effekte des zunehmenden Einsatzes von KI zu behandeln sind (z.B. Besteuerung). Die besondere und neuartige Herausforderung dieses Use Case ist – anders als bei natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Fragestellungen – der Umgang mit endogenen Risiken, die beim Einsatz von KI durch adaptives menschliches Verhalten entstehen. 

Inhaltlich wird die Zielsetzung durch eine Kooperation zwischen Wirtschafts- und Rechtswissenschaftlern sowie Informatikern verfolgt. Um erwünschte wie unerwünschte Verhaltenswirkungen des Einsatzes von KI umfassend zu verstehen, ist der Use Case in drei inhaltlich und methodisch-technologisch ineinandergreifenden Sub-Cases untergliedert.

Diese beziehen sich auf:

  1. (Non-)Financial Compliance: Aufdeckung von Fehlverhalten in den Bereichen Financial Fraud, aber auch Normverletzungen im Feld Corporate Social Responsibility (Wie lassen sich aus Daten des Rechnungswesens bzw. des CSR-Reportings in Verbindung mit anderen Informationsquellen (Big Data) frühzeitig Hinweise auf die Verletzung regulatorischer Vorschriften ableiten?)
  2. Social Compliance: insbesondere Diskriminierung (Wie lassen sich mit KI Personalentscheidungen treffen, ohne gesellschaftliche Normen zu verletzen?)
  3. Tax Compliance: Gestaltung von steuerrechtlichen Regelungen (Wie sieht ein angemessenes und konsistentes Normengerüst für die Besteuerung von KI-gestützten Geschäftsmodellen aus und welche Rückwirkungen für Unternehmensstrukturen und -prozesse ergeben sich daraus?)
Verantwortlichkeit: