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Sybille Krämer
Keynote: „Jenseits der Mensch-Maschine-Konkurrenz: Ein anderer Blick auf Künstliche Intelligenz“
Was Maschinen in der Interaktion mit Menschen leisten, verrichten sie auf eine vom Menschen grundverschiedene Weise. Das gilt auch für die zeitgenössische Künstliche Intelligenz, die eine fremde, menschenunähnliche Form der Intelligenz und Sprachverarbeitung darstellt. Es war ein Missverständnis der Geburtsstunde der KI, den Darthmouth Konferenzen 1956, dass die Leistung von Computern darauf ziele, den menschlichen Geist nachzuahmen. Denn in der Folge etablierte sich ein Konkurrenzverhältnis, das angesichts der gegenwärtigen Erfolge der Künstlichen Intelligenz zu Verunsicherung und Überwältigungsängsten führt.
Der Vortrag versucht eine Blickwendung: Künstliche Intelligenz avanciert zu einer Kulturtechnik, welche unsere Ökologie des Geistes transformiert und unsere Praktiken des Umgangs mit Information und Wissen grundlegend verändert, so wie vormals die Einführung von Schrift und Buchdruck. Was es heißt, Künstliche Intelligenz als fremdartige Form des Umgangs mit menschlicher Sprache zu deuten, obwohl diese höchst plausible Antworten gibt, wird anhand der Large Language Models zeitgenössischer KI analysiert und reflektiert.
Masterclass im Anschluss zur Keynote von Prof. Sybille Krämer
Ergänzend zur Keynote bietet die Masterclass mit einer begrenzten Teilnehmendenzahl von 25 Personen ein intensives Arbeits- und Diskussionsformat zum Thema. Sie steht ausdrücklich allen Fakultäten und Disziplinen offen, und sie ermöglicht die Reflexion eigener Forschungsprojekte sowie einen direkten Austausch mit den eingeladenen Vortragenden.
Vorbereitende Lektüre zur Masterclass:
How should the generative power of Large Language Models (LLMs) be interpreted? Do chatbots understand linguistic meaning? In: Philosophy & Digitality Vol 2. No1, 2025
Digitalität kulturtechnisch betrachtet. Wie die ‚Kulturtechnik der Verflachung‘ und zeitgenössische Künstliche Intelligenz zusammenhängen, Zeitschrift für Kulturphilosophie Bd.18, 1, 2025, 93-110.
Zur Person:
Prof. Dr. Dr. h.c. Sybille Krämer war bis zum Ruhestand 2018 Professorin für Philosophie an der FU Berlin; jetzt ist sie Gastprofessorin an der Leuphana Universität Lüneburg.
Gastprofessuren an Universitäten in Tokyo, Yale, Santa Barbara, Santiago de Chile, Wien, Luzern, Zürich. Ehrenpromotion der Universität Linköping/Schweden. Diverse Fellowships im In- und Ausland.
Ehemals Mitglied des Deutschen Wissenschaftsrates, des Scientific Panel des European Research Council (Brüssel) und des Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie permanent fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
Monographien/Editionen 2024/25:
mit Jörg Noller: Was ist digitale Philosophie? Phänomene, Formen und Methoden. Paderborn: Brill/Mentis 2024.
S.K.: Der Stachel des Digitalen. Geisteswissenschaften und Digital Humanities, Berlin: Suhrkamp 2025.
mit Christoph Durt: LLMs and the Patterns of Human Language Use, in: Philosophy & Digitality, Vol 2. No1, 2025.